
Abdulrahman Al Mahameid – Vom A-Jugend-Spieler der GREEN ACADEMY zum Schiedsrichter im DHB-Perspektivkader
Abdulrahman Al Mahameid – Vom A-Jugend-Spieler der GREEN ACADEMY zum Schiedsrichter im DHB-Perspektivkader
Abdulrahman Al Mahameid, der in der vergangenen Saison noch für unsere A-Jugend der GREEN ACADEMY spielte, ist inzwischen seit fünf Jahren Schiedsrichter. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt, um mehr über seine Schiedsrichter Tätigkeit zu erfahren.
Aktiv pfeift er seit drei Jahren, da während der Corona-Zeit zwei Jahre lang kein Spielbetrieb möglich war. Heute gehört er gemeinsam mit seinem Bruder, mit dem er als festes Gespann auftritt, zum Perspektivkader des Deutschen Handballbundes. Damit sind beide berechtigt, Spiele der A-Jugend-Bundesliga zu leiten und werden auf Verbandsebene bis zur Regionalliga eingesetzt.
Sein junges Alter sorgt bei Zuschauern häufig zunächst für Überraschung. Doch sobald er selbstbewusst auftritt und klar zeigt, dass er sich nicht verunsichern lässt, wandelt sich die Reaktion schnell und führt zu Akzeptanz. Auf seine bisherige Entwicklung als Unparteiischer blickt er mit großem Stolz zurück. Er und sein Bruder haben innerhalb eines Jahres Ziele erreicht, die sie ursprünglich für einen Zeitraum von drei Jahren geplant hatten und das parallel zu seinem Abitur sowie dem letzten Studienjahr seines Bruders, in dem dieser zusätzlich 40 Stunden pro Woche arbeitete.
Zum Schiedsrichterwesen kam Al Mahameid bereits mit 14 Jahren. Die Entscheidung entstand, nachdem er im Training während eines Abschlussspiels einige Anmerkungen gemacht hatte und sein Trainer ihm daraufhin vorschlug, den Schiedsrichterschein zu erwerben. Nachdem er die Lizenz erhalten hatte, saß er gemeinsam mit seinem Bruder vor dem Fernseher und verfolgte ein Spiel des THW Kiel. Dabei entstand der gemeinsame Traum, eines Tages selbst dort zu pfeifen. Ein Ziel, für das beide weiterhin Schritt für Schritt arbeiten.
Für ihn ist die Tätigkeit als Schiedsrichter vor allem deshalb besonders, weil sie zu einer enormen persönlichen Weiterentwicklung führt. Sie verlangt Sicherheit, Verantwortung und die Fähigkeit, innerhalb von Sekunden wichtige Entscheidungen zu treffen. Auch wenn eine Entscheidung einmal nicht perfekt ausfällt, sei es entscheidend, sie mit ausreichend Persönlichkeit so zu vermitteln, dass sie akzeptiert wird.
Weniger angenehm sind für ihn Situationen, in denen Trainer ihn wegen seines jungen Alters unterschätzen. Diese Einschätzung erweist sich jedoch schnell als Irrtum, denn seine Art aufzutreten sorgt häufig für Verwunderung. Sobald deutlich wird, wie abgeklärt und souverän er trotz seines Alters agiert, verändert sich der Umgang der Trainer spürbar. Äußerungen von der Tribüne nimmt er kaum wahr, da seine Konzentration vollständig dem Spiel gilt. Von Spielern oder Trainern kommt Vergleichbares ohnehin nur sehr selten vor.
Für Nachwuchsschiedsrichter hebt er hervor, wie viel Zeit für den Weg nach oben notwendig ist. Nicht nur die Spiele am Wochenende gehören dazu, sondern auch eine gründliche Vor- und Nachbereitung unter der Woche. Dazu zählt, sich mit Schlüsselspielern, Verteidigungsverhalten sowie dem Tempo und der Spielweise der Mannschaften zu befassen. Ebenso wichtig sei es, sich vor jeder Saison klare, erreichbare Ziele zu setzen, aus Fehlern zu lernen und viel Zeit mit dem eigenen Partner zu verbringen, um sich auf dem Spielfeld blind vertrauen zu können und jede Entscheidung füreinander zu tragen.
Foto: DHB




